(re)action: "Gewächshaus Erinnerung : Erinnerungsmuster " - Kurzübersicht

Performative Installation, 30 Tigerbambusrohre, 2000 Meter imprägnierter Baumwollfaden, 100 Meter schwarzes Nylonseil, 100 Meter weisses Nylonseil, Draht, 1000 Sandwichboxen transparent, gesammelte/gespendete Erinnerungsstücke, gegossener Wurfanker, 2 Schäkel. thonbeuse 2010
Schlagworte (Tags) Geschwindigkeit und Beschleunigung,Experimentelle Räume,Kunst am Bau, Öffentliche Kunst,Kunst des Öffentlichen,Site Specific,Ballistic of Objects,Intim/Öffentlich,Erinnerungsmuster,Topographische Vernetzung/Verteilung,Erinnerung/Ritual,Erinnerung/Wandel,Kunstsysteme,Transformationen,Denkmal,Erinnerung/Raum,Performative Installation,Wahrnehmung,Sammlung,Archiv,Speicher, Symbol und Wahrnehmung,Objekte,Architektur,Interview,Tourismus,Videoüberwachung, Rollentausch,Gewächshaus der Erinnerung,Statistik,Video,

Abstract

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Kurzübersicht zur ganzen Aktion, mit Objekt im Turm, Seilbahn, Transport und Objekt im Park.




Radio Tonkuhle 16.06.2010 - Radioreportage - "Gewächshaus der Erinnerungen"


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Texte

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Kurzübersicht zur ganzen Aktion, mit Objekt im Turm, Seilbahn, Transport und Objekt im Park.

1. Objekt im Turm

Das Objekt im Turm ist der deutlich sichtbare Beginn eines Transformationsprozesses. Aus Tigerbambusstangen und imprägnierten Baumwollfäden, sowie dreieckigen Sandwichboxen haben wir eine Raum in Raum in Raum Struktur erstellt deren intimste Ebene die im MicroRaum der Sandwichboxen abgekapselten Erinnerungsstücke sind. Entstanden ist eine Art "Nomadenzelt", eine strukturierte Einheit der Erinnerungen, eine leichte und transportable Struktur, die im übertragenen Sinne jeder mit sich führt. Zusammengehalten wurden die Stangen von festen Knoten und einem leichten selbstgespannten Netz aus feineren imprägnierten Baumwollfäden. In das Fadengespinst der Aussenhaut wurden die Erinnerungen in den Sandwichboxen eingehängt. Eine hybrid anmutende Konstruktion, die irgendwo zwischen traditionell wirkende Bauten einer nomadischen Bevölkerung und "spacigen" Elementen changiert. Bambus ist sehr leicht, lässt sich aber perfekt zu "unendlichen" Strukturen binden, unendlich im Sinne einer "Selbstähnlichkeit" einem Fraktal - hier aus Dreiecken.

 

2. Die Seilbahn

Mit der Unterstützung der Berufsfeuerwehr Hildesheim haben wir eine Art Seilbahn aus einem der Fenster unseres Ausstellungsraumes gebaut. Der mächtigen Anmutung der Kirche haben wir ein sehr feines und leichtes weisses Nylonseil von etwa 4 mm Durchmesser entgegensetzten. Durch diesen offensichtlichen Bruch entstand eine Irritation, die dem Seil eine seltsam virtuelle doch sehr deutliche Präsenz gab. Daneben sollten die Boxen nicht einfach schnurrgerade und schnell nach unten rauschen, sie sollten gleiten, fliegen, taumeln, auf den Wind reagieren können, sich "nach unten arbeiten". Wir haben die Erinnerungsstücke im Turm mit Drahtschlingen zu Bündeln geschnürt und sie dann in das Seil gehängt. Dadurch hatten die Bündel genug Zeit und Spielraum um auf die Wetterbedingungen zu reagieren, der Klang der bei diesem Vorgehen entstand deckte sich ebenfalls mit unseren Vorstellungen. Das Seil wurde mit einem Anker, der in der Stadtmöblierung hing, unten fixiert. Die herunterfliegenden Bündel bildeten oberhalb des Ankers ein zufälliges Objekt, welches schließlich mit dem Objekt der Seilbahn selbst korrespondierte.

 

Sound Seilbahn:

 

3. Der Transport

Nachdem die Erinnerungsboxen vom "Nomadenzelt" im Turm auf den Kirchplatz herabgeflogen waren, wurden sie quer durch die Hildesheimer Innenstadt zum Marienfriedhof transportiert. Dort sollten sie in einem weiteren Objekt ihre vorübergehende Ruhestätte finden.  Wir befestigten die Boxen mit den Drahtschlingen, an denen sie zuvor heruntergeflogen waren, als Erinnerungsbündel an einer der Bambusstangen. Diese Konstruktion wurde dann zum Transport geschultert.
In einem mehrmonatigen Prozess haben wir Erinnerungsstücke gesammelt. Wir waren künstlerische Jäger der Erinnerungen. Nun gingen wir mit unserer Beute durch die Stadt um sie zum finalen Objekt zu bringen. Die einstigen Waren flanieren nun als Beute an den neuen Waren der Warenwelt vorbei.

 

4. Das Objekt im Park

Das Objekt gleicht einem Trichter, einer Sanduhr. Das Objekt nimmt die Erinnerungsstücke nach dem Transport durch die Innenstadt auf. Es ist umwoben von einem Fadengespinst, und fest verankert durch vier abgespannte Fäden. Der Platz im "Marienfriedhof" war als Platz mit minimaler Anwesenheit konzipiert, nur während der Momente in denen wir einen Erinnerugstransport abwickelten, und die Bündel von der Stange nahmen um sie dem Trichter der Zeit, der Sanduhr, zu übergeben waren wir selbst anwesend. Die Erinnerungen wurden hier nicht erneut präsentiert, durch ihre Anordnung waren sie nicht mehr erkennbar. Sie wurden zu einem Knäul, zu einem unübersichtlichem Haufen aus Sandwichboxen und Erinnerungsstücken. Eine "anonyme Masse", die nur noch eins darstellt: Zeit.

 

 

Credits

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Kunsthochschule für Medien Köln
Projektbetreuung: Prof. Johannes Wohnseifer

Besonderer Dank:
Superintendent Aßmann für die freundliche Aufname im Kirchturm und für einen überzeugenden Beitrag zur Theorie des Objekts.
Evangelisch-Lutherische Andreasgemeinde Hildesheim und Michael Fritz sowie Küster Merten für die hervorragende Unterstützung!


Kristin Wiedemann für die Fotos vom Feuerwehreinsatz

Berufsfeuerwehr Hildesheim für die Unterstützung bei der Anbringung der Seilbahn!!


Anna Förster und Joseph Krupp für tatkräftige Unterstützung

Herr Holz für das Interview


Josephine Reinisch und Kristin Wiedemann für die stets freundliche Unterstützung rund um die Organisation.

Stadtmarketing Hildesheim für die Möglichkeit die Videoüberwachung und den Eingangsbereich zu nutzen.

Ehepaar Landreh für ausgezeichnete Unterhaltung und Holundersirup




Jo Köhler und Siggi Stern für alles mögliche.



Press:



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